Retainer oder Erfolgsbasis — welches Honorarmodell passt zu Ihrer Suche? Die kurze Antwort: Für leicht besetzbare Fachpositionen kann ein Erfolgshonorar genügen; für enge Führungs- und Schlüsselpositionen ist der Retainer meist die tragfähigere Wahl, weil der Berater dann exklusiv und mit voller Kapazität sucht. Die Höhe ist in beiden Fällen ähnlich: marktüblich 25 bis 33 Prozent des Jahreszielgehalts, laut BDU-Marktstudie im Schnitt 27,5 Prozent (2024). Der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern in Risiko, Exklusivität und Verbindlichkeit. Dieser Ratgeber vergleicht die Modelle ehrlich — mit Vor- und Nachteilen aus unserer Mandatspraxis im Mittelstand.
Der Kernunterschied ist nicht der Preis, sondern wann gezahlt wird und wer das Suchrisiko trägt. Beim Erfolgshonorar zahlen Sie nur, wenn eine Besetzung zustande kommt — der Berater arbeitet aber nicht exklusiv. Beim Retainer verteilt sich das Honorar über den Prozess, dafür sucht der Berater exklusiv und mit voller Kapazität. Die Höhe ist in beiden Fällen ähnlich: marktüblich 25 bis 33 Prozent, laut BDU-Marktstudie im Schnitt 27,5 Prozent (2024).
Dieser Beitrag vertieft das Thema Honorar aus unserem Ratgeber Was kostet ein Headhunter. Dort finden Sie die Kostenübersicht und ein Rechenbeispiel; hier geht es um die Frage, welches Modell zu welcher Suche passt — und warum die Zahlungslogik mehr über die Zusammenarbeit verrät, als der reine Prozentsatz vermuten lässt.
Beim Erfolgshonorar — auch Contingency genannt — zahlen Sie ausschließlich im Erfolgsfall, also wenn ein vom Berater vorgestellter Kandidat den Vertrag unterschreibt. Kein Ergebnis, keine Rechnung. Das senkt das finanzielle Anfangsrisiko und wirkt auf den ersten Blick attraktiv.
Der Haken liegt in der fehlenden Exklusivität: Der Berater arbeitet dasselbe Mandat oft parallel zu vielen anderen und priorisiert die schnell und leicht besetzbaren. Für eine schwierige, diskrete Führungssuche ist Ihre Vakanz dann nur eine unter vielen. Zudem kann dieselbe Position bei mehreren Beratern liegen — mit dem Risiko, dass ein Kandidat doppelt angesprochen wird. Warum das der Reputation schadet, erklärt unser Ratgeber Exklusivmandat oder mehrere Personalberater parallel.
Sinnvoll ist das Erfolgshonorar dort, wo der Markt nicht zu eng ist und mehrere geeignete Kandidaten aktiv oder halbaktiv suchen — etwa bei bestimmten Fach- und Spezialistenpositionen. Für die echte Direktansprache ist es das schwächere Werkzeug.
Beim Retainer (Retained Search) beauftragen Sie einen Berater exklusiv und zahlen das Honorar in Raten über den Prozess. Klassisch ist die Drittelung: ein Drittel bei Auftragserteilung, ein Drittel bei Präsentation der Shortlist, ein Drittel bei Vertragsunterschrift. Die erste Rate ist eine Anzahlung, die gegen das Gesamthonorar verrechnet wird — kein Zusatzbetrag.
Der Vorteil: Der Berater kann die volle Recherche-Tiefe investieren, weil er weiß, dass die Suche allein bei ihm liegt. Hinter einer Besetzung steht eine Longlist von oft 80 bis 150 identifizierten Personen — dieser Aufwand rechnet sich nur exklusiv. Deshalb läuft echtes Executive Search, das laut BDU 94 Prozent des Marktes über Direktansprache besetzt, fast immer retainerbasiert. Wie der Prozess Phase für Phase aussieht, zeigt unser Ratgeber Ablauf einer Personalberatung in 6 Phasen.
Bei Münker & Partner arbeiten wir für Führungs- und Schlüsselpositionen retainerbasiert, weil nur die exklusive, diskrete Suche die nötige Qualität und Vertraulichkeit erreicht. Die übliche Suchdauer liegt im Mittelstand bei 12 bis 18 Wochen.
Als Faustregel: Je enger der Markt, je höher die Seniorität und je größer der Bedarf an Diskretion, desto klarer spricht alles für den Retainer. Je breiter das Kandidatenangebot und je aktiver die Zielgruppe sucht, desto eher trägt ein Erfolgshonorar.
Ob eine Beauftragung überhaupt der richtige Weg ist, klärt vorab unser Ratgeber Wann lohnt sich ein Headhunter — und wann nicht. Erst wenn das Ja steht, lohnt die Modellfrage.
Weil sie das Beste aus beiden Welten verbinden: eine überschaubare Anzahlung schafft Verbindlichkeit und sichert Exklusivität, während ein größerer Teil des Honorars erst mit der erfolgreichen Besetzung fällig wird. Im Mittelstand ist dieses Teilretainer-Modell verbreitet, weil es das Anfangsrisiko begrenzt, ohne die Suche zur Nebensache zu machen.
Ein typisches Mischmodell koppelt eine kleinere Startrate an die Auftragserteilung und den Löwenanteil an die Vertragsunterschrift. Wichtig ist die Exklusivität: Auch beim Mischmodell sollte die Suche allein bei einem Berater liegen, sonst fällt der Verbindlichkeitsvorteil weg. Achten Sie im Angebot darauf, dass die Anzahlung gegen das Gesamthonorar verrechnet wird und kein verdeckter Zusatzbetrag ist.
Eine Anzahlung ist kein Nachteil, sondern ein Signal beidseitiger Verbindlichkeit. Sie bindet den Berater exklusiv an Ihr Mandat und bindet Sie an eine ernsthafte Suche — beide Seiten haben etwas zu verlieren, wenn die Zusammenarbeit halbherzig bleibt. Genau das trennt eine engagierte Suche von einem unverbindlichen „mal schauen".
Entscheidend ist, was die Anzahlung absichert. Seriöse Berater koppeln sie an klare Zwischenergebnisse — ein schriftliches Anforderungsprofil, eine dokumentierte Longlist, eine entscheidungsreife Shortlist — und an eine Nachbesetzungsgarantie, falls die Besetzung scheitert. Woran Sie ein transparentes Angebot insgesamt erkennen, fasst unser Ratgeber seriöse Personalberatung erkennen zusammen.
Unterm Strich: Nicht der niedrigste Prozentsatz gewinnt, sondern das Modell, das zu Marktenge und Diskretionsbedarf Ihrer Position passt. Wer Erfolgshonorar, Retainer und Mischmodell mit ihren Vor- und Nachteilen kennt, verhandelt auf Augenhöhe — und erkennt, ob ein günstiges Angebot seinen Preis in Exklusivität oder Garantie versteckt.
Das hängt von der Position ab. Für enge Führungs- und Schlüsselpositionen ist der Retainer meist besser, weil der Berater exklusiv und mit voller Kapazität sucht. Für gut besetzbare Fachpositionen kann ein Erfolgshonorar genügen. Die Höhe ist ähnlich: marktüblich 25 bis 33 Prozent des Jahreszielgehalts.
Drittelung heißt, dass das Retainer-Honorar in drei gleichen Raten fällig wird: ein Drittel bei Auftragserteilung, ein Drittel bei Präsentation der Shortlist und ein Drittel bei Vertragsunterschrift. Die erste Rate ist eine Anzahlung, die gegen das Gesamthonorar verrechnet wird, kein zusätzlicher Betrag.
Weil die echte Direktansprache exklusive, tiefe Recherche erfordert. Hinter einer Besetzung steht eine Longlist von 80 bis 150 identifizierten Personen. Laut BDU werden 94 Prozent der Besetzungen über Direktansprache erreicht — dieser Aufwand rechnet sich nur, wenn die Suche allein bei einem Berater liegt.
Nicht zwingend. Der Prozentsatz ist bei beiden Modellen ähnlich, marktüblich 25 bis 33 Prozent. Beim Erfolgshonorar zahlen Sie nur bei Besetzung, verzichten aber auf Exklusivität und die volle Recherche-Tiefe. Der scheinbare Preisvorteil kann sich in schwächerer Suchqualität oder Doppelansprachen rächen.
Ein Mischmodell koppelt eine kleinere Anzahlung an die Auftragserteilung und den größeren Teil des Honorars an die erfolgreiche Besetzung. Es verbindet die Verbindlichkeit und Exklusivität des Retainers mit einem begrenzten Anfangsrisiko und ist im Mittelstand deshalb weit verbreitet.
Klassisch beträgt die erste Rate ein Drittel des Gesamthonorars, fällig bei Auftragserteilung. Bei einem Honorar von 33.000 Euro wären das rund 11.000 Euro. Diese Anzahlung wird gegen das Gesamthonorar verrechnet und sichert die exklusive Suche; sie ist kein zusätzlicher Betrag.
Welches Modell passt zu Ihrer Vakanz?
In einem unverbindlichen Erstgespräch schlagen wir Ihnen das passende Honorarmodell für Ihre Position vor — transparent, mit Garantiebedingungen und klarer Zeitschiene. Inhabergeführt, gegründet 2019, Standorte Düsseldorf, München und Wesel.