Ein großer Teil der attraktivsten Positionen ist längst besetzt, bevor je eine Stellenanzeige erscheint. Wie werden Top-Positionen besetzt, die nie ausgeschrieben werden? Über persönliche Netzwerke, Empfehlungen und gezielte Direktansprache — den sogenannten verdeckten Stellenmarkt. Die IAB-Stellenerhebung belegt die Größenordnung: Persönliche Kontakte sind bei 48 Prozent aller erfolgreichen Besetzungen im Spiel und bei 27 Prozent sogar ausschlaggebend. In der Personalberatung entfallen laut BDU rund 80 Prozent des Umsatzes auf Executive und Specialist Search. Dieser Ratgeber erklärt, wie der verdeckte Markt funktioniert, warum er auf Führungsebene dominiert und wie Sie als Arbeitgeber Zugang bekommen.
Der verdeckte Stellenmarkt umfasst alle Positionen, die besetzt werden, ohne je öffentlich ausgeschrieben zu sein — über persönliche Netzwerke, Empfehlungen, Initiativkontakte und gezielte Direktansprache. Die IAB-Stellenerhebung macht seine Größe sichtbar: Persönliche Kontakte sind bei 48 Prozent aller erfolgreichen Besetzungen im Spiel und bei 27 Prozent das ausschlaggebende Instrument.
Das ist kein neues Phänomen. Schon ein IAB-Kurzbericht von 2016 stellte fest, dass rund jede dritte Neueinstellung über persönliche Kontakte zustande kommt — ein bemerkenswert stabiler Befund über die Jahre. Der verdeckte Markt ist damit kein Nischenkanal, sondern eine tragende Säule der Personalbeschaffung, die parallel zum sichtbaren Anzeigenmarkt läuft.
Wichtig zur Einordnung: Eine amtliche Kennziffer, die exakt sagt, wie viel Prozent aller Stellen „nie ausgeschrieben" werden, gibt es nicht — und seriöse Quellen behaupten sie auch nicht. Belastbar ist die Kanal-Statistik des IAB, aus der sich die Größenordnung ableiten lässt: Je höher und spezialisierter die Position, desto größer der verdeckte Anteil.
Eine exakte Quote nennt keine amtliche Statistik — aber die IAB-Daten machen das Verhältnis sichtbar: Online-Kanäle werden zwar bei 82 Prozent der Besetzungen genutzt, sind aber nur bei rund 52 Prozent wirklich entscheidend. Der Rest läuft maßgeblich über persönliche Kontakte (bei 27 Prozent ausschlaggebend) und andere nicht-öffentliche Wege.
Für die Führungsebene verschiebt sich dieses Verhältnis deutlich in Richtung verdeckt. Ein starkes Indiz liefert die BDU-Marktstudie: Rund 80 Prozent des Personalberatungsumsatzes entfallen auf Executive und Specialist Search — also auf genau die Positionen, die typischerweise nicht per Anzeige, sondern über Direktansprache besetzt werden. 2024 wurden so rund 75.000 Positionen besetzt.
Kurz: Je verantwortungsvoller die Rolle, desto seltener finden Sie sie in einem Jobportal. Wer eine Vertriebsleitung, kaufmännische Leitung oder Geschäftsführung sucht, konkurriert nicht um Bewerber, die sich melden, sondern um Menschen, die aktuell gar nicht suchen.
Diskretion schützt beide Seiten — deshalb dominiert sie auf der Führungsebene. Für das suchende Unternehmen gilt: Solange der amtierende Stelleninhaber noch im Amt ist, wäre eine öffentliche Ausschreibung heikel; auch soll der Wettbewerb nicht aus einer Anzeige von einer Vakanz oder einem strategischen Umbau erfahren.
Für die Kandidatenseite ist der Grund noch simpler: Die besten Fach- und Führungskräfte sind in ungekündigter Stellung und bewerben sich nicht aktiv. Sie reagieren nur auf eine vertrauliche, persönliche Ansprache — offen einen Lebenslauf hochladen käme für sie einem Loyalitätsbruch gegenüber dem aktuellen Arbeitgeber gleich. Genau dieses Prinzip erklärt unser Beitrag Was ist Executive Search? im Detail.
Die naheliegende Sorge — ist das gezielte Ansprechen eingebundener Mitarbeiter überhaupt erlaubt? — lässt sich klar beantworten: Ja, in engen Grenzen. Was zulässig ist und wo die Grenze zur unlauteren Abwerbung verläuft, ordnet unser Ratgeber Ist Direktansprache legal? ein (keine Rechtsberatung).
Der verdeckte Markt ist kein einzelner Kanal, sondern ein Bündel informeller Wege. Die wichtigsten:
Diese Wege haben eines gemeinsam: Sie beruhen auf Vertrauen und Zugang, nicht auf Reichweite. Genau deshalb lassen sie sich nicht per Knopfdruck skalieren — und genau deshalb sind sie so wertvoll.
Sie müssen aktiv rausgehen, statt auf Bewerbungen zu warten. Der Ablauf folgt dem Prinzip der Direktansprache: Zielfirmen definieren, in denen passende Profile arbeiten, potenzielle Kandidaten identifizieren und sie vertraulich ansprechen. Wie dieser Prozess Schritt für Schritt aussieht, zeigt unser Ratgeber Ablauf einer Personalberatung.
Ein Teil davon ist intern leistbar: Über gepflegte LinkedIn-Netzwerke, Mitarbeiterempfehlungen und den eigenen Branchenkontakt lassen sich erste passive Kandidaten erreichen. Die Grenzen liegen in Zeit, Reichweite des Netzwerks, der nötigen Diskretion und im Ansprache-Handwerk — eine ungeschickte Erstansprache verbrennt einen Top-Kandidaten dauerhaft.
Wer den Unterschied zwischen den beteiligten Rollen verstehen will — Headhunter, Personalberater, Vermittler — findet die Abgrenzung in unserem Beitrag Headhunter, Personalberater, Vermittler: der Unterschied. Für den akuten Anlass, dass sich niemand meldet, hilft dieser Ratgeber weiter.
Selbst ansprechen oder auslagern? Die Antwort hängt an drei Faktoren: Wie eng ist der Markt, wie viel Diskretion braucht die Suche, und wie belastbar ist Ihr eigenes Netzwerk in der Zielgruppe? Bei breit verfügbaren Profilen und gutem eigenem Netzwerk können Sie viel selbst leisten. Bei Schlüsselpositionen im engen Markt, bei denen die Suche vertraulich bleiben muss, kippt die Rechnung zugunsten spezialisierter Unterstützung.
Der verdeckte Stellenmarkt ist im Übrigen die direkte Antwort auf den Fachkräftemangel im Mittelstand: Wenn sich auf Anzeigen niemand meldet, liegen die passenden Menschen nicht auf dem Markt — sie sind bereits woanders beschäftigt. Als inhabergeführte Personalberatung mit Standorten in Düsseldorf, München und Wesel erschließen wir genau diesen Markt für unsere Mandanten: über systematische, diskrete Direktansprache statt Anzeigenhoffnung.
Der verdeckte Stellenmarkt umfasst alle Positionen, die ohne öffentliche Ausschreibung besetzt werden — über Netzwerke, Empfehlungen und Direktansprache. Laut IAB-Stellenerhebung sind persönliche Kontakte bei 48 Prozent aller erfolgreichen Besetzungen im Spiel und bei 27 Prozent das ausschlaggebende Instrument.
Eine exakte amtliche Quote gibt es nicht. Die IAB-Daten zeigen aber die Größenordnung: Online-Anzeigen sind nur bei rund 52 Prozent der Besetzungen entscheidend, persönliche Kontakte bei 27 Prozent. Auf der Führungsebene ist der verdeckte Anteil deutlich höher als im Durchschnitt.
Aus Diskretion. Oft ist der amtierende Stelleninhaber noch im Amt, und der Wettbewerb soll nichts erfahren. Zugleich suchen Top-Kandidaten in ungekündigter Stellung nicht aktiv. Laut BDU werden Führungspositionen zu 94 Prozent über Direktansprache besetzt, kaum über Anzeigen.
Aktiv statt reaktiv: Zielfirmen definieren, passende Personen identifizieren und vertraulich ansprechen. Persönliches Netzwerk und LinkedIn helfen bei den ersten Schritten. Rund 80 Prozent des Personalberatungsumsatzes entfallen laut BDU auf genau diese Executive- und Specialist-Search-Suche.
Ja, in engen Grenzen. Ein kurzer Erstkontakt ist zulässig; unzulässig ist es, systematisch zum Vertragsbruch zu verleiten oder abzuwerben. Die Details ordnet unser Ratgeber zur Legalität der Direktansprache ein — das ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Bei Schlüssel- und Führungspositionen im engen Markt ja: Personalberater bringen Netzwerk, methodische Direktansprache und Diskretion mit. Bei breit verfügbaren Profilen mit gutem eigenem Netzwerk ist vieles intern leistbar — entscheidend sind Marktenge, Diskretionsbedarf und Netzwerkreichweite.
Sie suchen eine Position, die der offene Markt nicht hergibt?
Wir erschließen für Sie den verdeckten Stellenmarkt — über systematische, diskrete Direktansprache passender Kandidaten, die nicht aktiv suchen. In einem unverbindlichen Erstgespräch zeigen wir, wie das für Ihre Vakanz aussieht. Inhabergeführt, gegründet 2019.